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DIE WIEDERGÄNGER /THE REVENANTS has been selected by the Museum of Modern Art( MoMa) New York for their 35th annual exhibition: Kino! 2013: New Films from Germany. April 18–24

Worldpremiere: Berlinale 2013 Perspektive Deutsches Kino
FIDBA BUENOS AIRES 2013
DUISBURGER FILMWOCHE 2013

Pressestimmen:

Mysterious objects in norddeutschen mischwäldern: andreas bolms die wiedergänger in der perspektive. Krude, mutig, sehenswert. Lukas Foerster, Cargo Film SMS

Zwei fiktionale Hochschularbeiten loten die Grenzen zwischen Spiel- und Dokumentarfilm aus.(...) Regisseur Andreas Bolm meidet in seinem 60-minütigen Spielfilm "Die Wiedergänger" (HFF München) die Form einer dokumentarischen Abbildung der Welt; er sucht nach dem Punkt, an dem die Fiktion beginnt. Entstanden ist ein kunstvoll karger Film über den Verlust und die ewige Wiederkehr. Ansichtssache – Zum aktuellen deutschen Film

Das wohl sperrigste Werk im Programm präsentiert Andreas Bolm mit Die Wiedergänger (2012). Der ohne Dialog auskommende Film verfolgt in fragmentiert-dokumentarischen Bildern das (zugegeben scheinbar ziemlich seichte) Leben eines älteren Paares, das abgeschieden in einem heruntergekommenen Landhaus im Wald wohnt. Rumsitzen, rauchen, etwas handwerkeln. Dieses Nicht-Geschehen wird mit einem weiteren Erzählstrang verwoben: Ein Junge läuft durch Wald und Felder, baut sich eine Höhle, nähert sich dem Haus. Radiomeldungen berichten von verseuchtem Gemüse, dann wieder nimmt der Zuschauer an einer improvisierten Bandsession mitten im Wald teil. Plötzlich bricht die Inszenierung auf, das Paar macht einen Ausflug in die unendliche Weite des Wattmeers. Zusammenhänge bleiben narrativ äußerst implizit: Ist der Junge ein Eindringling? Oder tatsächlich ein Wiedergänger, eine Geistererscheinung aus der nordischen und slawischen Mythologie? Ein Off-Kommentar erzählt uns die Geschichte eines Verlustes. Ist er der verlorene Sohn oder dessen Mörder? Die Wiedergänger geht suggestiv vor, will Grenzen der Fiktion ausloten und Imaginationsräume öffnen, gibt sich dabei aber selbst – auch durch eine etwas unausgewogene Bildsprache – immer einen Tick zu wenig preis. Ein überaus persönlicher Film. Danny Gronmaier - critic.de

Der vielleicht eigentümlichste Waldfilm aber läuft in der Nebensektion "Perspektive Deutsches Kino". Andreas Bolms einstündiger "Die Wiedergänger" zeigt drei Menschen - nicht nur, aber sehr oft - im Wald, irgendwo in Norddeutschland: Ein älteres Paar, das sich in einem Haus eingerichtet hat, das von allen Seiten von Bäumen umgeben ist und das sein (langsam, ereignisarmes) Alltagsleben am Wald auszurichten scheint, Holz hackt, Äste zersägt, Blätter sammelt. Und einen jungen Mann, der alleine die Natur durchstreift, die Kamera dabei meist vor ihm positioniert(es gibt jedoch auch Einstellungen aus seiner Subjektiven), mit unlesbarem Blick ins Leere starrt, schließlich in einer Grube zwischen den Bäumen einen Unterschlupf, vielleicht auch eine provisorische Festung zu errichten versucht.
Der Wald hat etwas Destruktives an sich in "Die Wiedergänger", sein Wuchern hat nichts mit organischer Lebendigkeit zu tun, sondern zeigt eher an, dass es mit den anderen Formen des Lebens dem Ende entgegen geht. Pflanzenüberwachsene Computergehäuse liegen auf dem Boden, vage giftig wirkende Pflanzen strecken ihre Blüten der Kamera entgegen, einmal tut sich eine kreisrunde Lichtung aus, wie die Kultstätte einer längst vergangenen Zivilisation ausschaut. Auch die Einfamilienhäuser mit ihren gepflegten Vorgärten, blank polierten Garagentoren, an die die Kamera einmal langsam vorbeigleitet, vermitteln nichts mehr vom Leben, das sich in sie zurückgezogen hat: die Vorhänge sind zugezogen, der Schlüssel zweimal herumgedreht.
Der Film zeigt die Menschen und den Wald so weit es geht unzugerichtet: Keine ausgefallene Bildbearbeitung täuscht über die Defizite der digitalen Aufnahmen hinweg, keine Erzählung, noch nicht einmal Dialoge brechen das stumpfe Schweigen im Walde auf. Statt dessen tritt eine zweite Ebene neben die ungeschönten, unbehauenen Waldaufnahmen: gelegentlich melden sich Voice-Over-Stimmen zu Wort, mal in Form von Radiomeldungen, mal in Form von Tagebucheinträgen, die von einer Katastrophe berichten, von einer Krise, die gleichzeitig ökologische und militärische Komponenten zu besitzen scheint: Es ist von bestimmten Pflanzensorten die Rede, die nicht mehr angebaut werden dürfen, außerdem von Militärflugzeugen, Männern in weißen Anzügen mit Gasmasken; später von einer Familiengeschichte, von den Eltern Ada und Volker, ihrem Sohn Fabian und einem Unglück, das mindestens einem Familienmitglied zustößt.
Man kommt dann bald darauf, dass die drei Menschen, die man im Wald begleitet hat, die Akteure eben dieser Familiengeschichte sind; und wenn Andreas Bolm, der Regisseur, dann plötzlich selbst in seinem Film auftaucht, Gitarre spielt und ein lakonisches Lied über verflossene Lieben singt, wendet sich die gesamte Anordnung ins Autobiografische. Diese (in sich widersprüchlichen) Wendungen hin zum Narrativen schließen den Film jedoch nicht auf, machen ihn im Gegenteil noch rätselhafter. Spiegelt sich da eine kaputte Familienpsyche nach außen, als brutale, alles verschlingende Natur? Oder ist doch die Natur das Vorgängige und sind die verschiedenen Katastrophen, die im Film ihre kryptischen Spuren hinterlassen, nichts als gespenstische Nachbilder - Wiedergänger ohne eigentliche Existenzgrundlage?
Man bekommt das alles nicht auseinander, nicht einmal ansatzweise. "Die Wiedergänger" ist gleichzeitig mindestens: ein melancholischer Geister- und Familienfilm, ein maximal abstrakter Science-Fiction-Endzeit-Thriller, ein visueller Essay über die herbe Tristesse Norddeutschlands. Auf jeden Fall: Einer der
faszinierendsten Filme des Festivals, ein Film, der zumindest momenthaft, in einzelnen Einstellungen eine umwerfende Schönheit entfaltet. Lukas Foerster Perlentaucher

What was that, this strange but crazy and beautiful creature of a film? One day after the screening I try to remember this film like I often try to recall a dream of last night which occupies my mind but I remain unable to tell it in words.
There is a forest (I often dream of forests), an aging couple who live reclusively in a house and a young man walking through the forest on the search for shelter. There is a young man singing on his electric guitar strange songs accompanied by a red haired woman on the drums. Elements like notes, sketches for a story. They are waiting to be edited together. When these traces of a narration disappear for moments and the camera stops or makes and endless long travelling, an over voice narrator tells fragment of a story with hints to a family drama and a post-apocalyptic science fiction novel. TV news pronounce the ban of certain kinds of vegetables and gives also a hint to a nuclear disaster.
The audience is at first an editor and finally also the story teller. As Andreas Bolm said, the film has to do with the place in Northern Germany where he comes from it is another hint, another offering to read the film, to edit it for yourself.
The forest is a very complex and sensitive ecological system. So is Cinema. I have a soft spot for the endangered species like Malick, Straub (yes, yes the must be mentioned in one breath) and a lot more from countries which have seldom access to this neoliberal dominated Filmfestival, unless they accept the new neo-colonialism of Dieter Kosslick´s World Cinema Fund. In Cinema these endangered species are something like the extremely endangered Royal Bengali Tiger in India. And the neoliberalism like manifested in the ideology of this festival with their talent campus (imposing an industrial But the young man who strays through the forest desperately looking for a place where he can live or survive is even a more beautiful image for the spirit of the film.
Those were the days when such films were shown at the International Forum as rare and unconsumed narrative or non-narrative cinematic forms, films which might not ne perfect, but films which does n´t fit in any categories. But they bring fresh wind.
The young man can not move into a house ready for occupancy, he has to build something, has to work which is again an image for what you have to do to find a place in this film where you can "live".
And another beautiful aspect of Die Wiedergänger is, he does n´t answer the dogma of a neoliberal ideology - which built already metastases in nearly all parts of our culture - with another dogma.
It is not one of this boring "smart" films from my country (I have seen one at the Forum) but a very lovable one.
The film does not want more than getting a place for itself and that's probably the only thing Andreas Bolm is insisting on.
The question of the future of Cinema is more or less concentrated in the defense of its diversity. Die Wiedergänger reminds us in this diversity.
The forest in Andreas Bolm´s film allow both, people who are living in a house. They have found a place. But it allows also people who are looking for a place. Another beautiful image for the richness of Cinema. Rüdiger Tomczak shomingekiblog

 





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